Es begann im Jahr 1925 als eine handvoll Männer beschloss, einen Schützenverein in Stengelheim zu gründen. Es war damals zwar nicht sportlicher Ehrgeiz, der die Männer dazu bewegte einen Verein zu gründen. Vielmehr stand die Geselligkeit als Abwechslung vom Alltag und der harten Arbeit im Vordergrund. Maßgeblichen Anteil an der Gründung hatte Hans Kober sen. der sicher vielen noch durch seine humorvolle Art in Erinnerung ist. Zu den weiteren uns bekannten Gründungsmitgliedern gehörte auch noch Max Häckl, Benno Häckl und Otto Häckl. Etwas später gesellte sich noch Hans Seitle, Heinrich Bößhenz und Hans Bausch dazu. Als erster Schützenmeister fungierte Andreas Böck, der dann von Ludwig Seeger und später von Hans Bausch abgelöst wurde. Während des zweiten Weltkriegs ruhte dann auch bei uns das Vereinsleben. Im Jahre 1950 wurden dann die Stengelheimer Schützen wieder aktiv, als sich die Schützenkameraden Stani Kraus, Heinrich Bitterwolf (damals Vereinswirt), Johann Kober sen., Helmut Kober und Johann Kober jun. (unser Altbürgermeister) für eine Wiederbelebung entschieden. Hans Bausch wurde nochmals zum 1. Vorstand gewählt. Bereits 1950 oder 1951 konnte der erste Schützenball nach dem Krieg abgehalten werden. Ballkönig, so hieß der Schützenkönig, war damals unser Altbürgermeister Johann Kober. Dem Ehrgeiz der Vorstandschaft war es zu verdanken, dass es wieder aufwärts ging und der Verein bereits im Jahr 54/55 bereits beachtliche 52 Mitglieder zählte. In den 50er Jahren fanden die lange vermissten Veranstaltungen wie Preisschießen, Maitänze, Bälle allmählich wieder ihren fest Platz im Vereinskalender. Im Jahre 1954/55 konnte der Verein bereits zwei Luftgewehre sowie einen Zimmerstutzen in seiner Inventarliste vorweisen. 1962 wurde Hans Bausch von Georg Buchs als 1. Vorstand abgelöst, der dieses Amt aber nur für ein Jahr innehielt. Auch ein kräftiges Tief blieb dem Verein in den 60er Jahren nicht erspart. Ebbe in der Kasse und keiner der sich zum Vereinsvorsitzenden küren ließ. Doch Stani Kraus fasste sich 1963 ein Herz und übernahm den Vorsitz des Vereins. Mit viel Ehrgeiz und Antriebskraft konnte Stani Kraus die Stengelheimer wieder dazu bewegen, aktiv am Vereinsleben teilzunehmen. Kegelschießen, Anfangsschießen, Endschießen, Preisschießen und Hammelessen wurden in dieser Zeit zur Tradition. Vergleichskämpfe mit den benachbarten Schützenvereinen aus Untermaxfeld und Obermaxfeld fanden damals ebenso statt. Die am Samstag abgehaltenen Schießabende erfreuten sich bei alt und jung großer Beliebtheit. 1973 übernahm Gottfried Humbold die Führung des Vereins. Er war stets bemüht, die traditionellen Veranstaltungen weiterzuführen und das Vereinsleben auszubauen. Um auch nach außen als Einheit aufzutreten wurde 1974 der Verein erstmalig einheitlich eingekleidet. Zur Freude der Schützen stiftete Gerd Bitterwolf 1974 eine wunderschöne Schützenkette. Von da an wurde es Tradition Anfang des Jahres ein Königsschießen abzuhalten. Am 01. Mai 1975 konnten die Stengelheimer Schützen ihr 50-jährges Vereinsjubiläum feiern. Anlässlich dieses Jubiläums wurde ein großes Preisschießen durchgeführt. Einen wohl einmaligen Erfolg konnte die erste Stengelheimer Mannschaft für sich verbuchen. Nachdem man 1976 dem Schützengau Pöttmes beitrat, schaffte das Team mit den Schützen Siegfried Centmayer, Jakob Kreitmeier, Michael Weinert und Peter Ferenczy den Durchmarsch von der D-Klasse bis zur Gauoberliga. Die Wettkämpfe fanden damals in vier provisorisch aufgebauten Schießständen im Saal der Gastwirtschaft Bitterwolf statt. Man erkannte bald, dass der bisherige Zustand keine Lösung war und baute im alten Eiskeller des Gasthauses Bitterwolf einen zeitgerechten Stand mit acht Schießständen. Von den vielen freiwilligen Helfern wurden insgesamt 1242 Arbeitsstunden geleistet. Am Kirchweihsamstag des Jahres 1978 konnte der neue Stand seiner Bestimmung übergeben werden. Nachdem mit der neuen Anlage der ideale äußere Rahmen geschaffen wurde, setze der Verein seinen sportlichen Höhenflug fort. Insbesondere die Jugendarbeit wurde in dieser Zeit mit Erfolg vorangetrieben, so dass bald eine 2. und 3. Mannschaft angemeldet werden konnte. Aber nicht nur sportliche, auch gesellschaftliche Veranstaltungen wurden während der Ära von Gottfried Humbold großgeschrieben, wie z.B. Kaffeekränzchen, Strohschießen, Fahrradausflüge, der alljährliche Schützenball, um nur einiges zu nennen. 1983 gab es erneut einen Wechsel in der Führung des Vereins. Gottfried Humbold gab sein Amt nach 10 Jahren an der Vereinsspitze an Michael Weinert ab. Bereits 1984 wurde der Verein wieder neu mit Schützenanzug und Dirndl eingekleidet. Anlässlich des Jubiläumsjahres 1985 stellten die Stengelheimer Schützen nach 30 Jahren wieder eine Maibaum auf, der dann bis zu unserem Jubiläumsjahr 1995 im zweijährigen Turnus aufgestellt wurde. Am 14. Dezember 1985 beging der Verein sein 60-jähriges Bestehen. Das Fest begann mit einem ökumenischen Gottesdienst und der anschließenden Feier im Gasthaus Bitterwolf. An diesem Abend wurde eine große Jubiläumsscheibe und ein Jubiläumspokal ausgeschossen. Zum Ende des letzen Jahrtausends ging es dann für uns Stengelheimer Schützen noch mal richtig rund. In der Generalversammlung 1993 wurde der Beschluss gefasst, im Jahr 1995 das 70-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe abzuhalten. Zwei Jahre Planung und viel Arbeit standen uns bevor. Bereits beim Patenbitten bei unseren Freunden aus Untermaxfeld am 18.03.95 ging es hoch her. Nach Herausgabe einer gescheiten Brotzeit sowie des bekannten Gerstensaftes waren die Untermaxfelder Schützen gerne bereit das Patenamt zu übernehmen. So mancher hat an diesem schönen Abend doch einen über den Durst getrunken wird vielleicht heute noch mit Grauen an sein Kopfweh zurückdenken. Das Jubiläum, dass vom 07. – 09 Juli 1995 gefeiert wurde, war rundum gelungen und ist bis heute noch allen in sehr positiver Erinnerung. Vor allem der Abend mit der Showkapelle war für alle mitreisend, wenn auch die Anzahl der Gäste etwas zu wünschen übrig ließ. Bei brütender Hitze fand am Sonntag der Höhepunkt des Festes mit der Segnung der neuen Fahne statt. Ein insgeheim lang ersehnter Wunsch ist somit in Erfüllung gegangen und wir Stengelheim Schützen konnten uns nun auch bei anderen Festen mit einer wundschönen Fahne präsentieren. Im Jahre 1998 legte der 1. Vorstand Michel Weinert nach 15 Jahren sein Amt ab und übergab es an Gerhard Ottillinger. Im Sommer 1998 haben sich unsere langjährigen Wirtsleute Anneliese und Karlheinz Bitterwolf entschieden, ihre Gastwirtschaft im März 1999 zu schließen. Der Verein musste somit so schnell wie möglich eine neue Bleibe finden. Nach langen Überlegungen kam man zu dem Entschluss, dass gemeindliche Feuerwehrhaus in Stengelheim umzubauen und aufzustocken. Kaum wurde der Beschuss des Vereins gefasst, sowie die Zustimmung der Gemeinde lag vor, ging es auch schon an die Planung und bereits am 05. Juli 1999 konnte mit dem Bau begonnen werden. Mit über 60 Helfern und über 3.500 Arbeitsstunden konnte innerhalb weniger Monate eine neue Bleibe fertiggestellt werden. Bereits am 13.11.1999 fand die Eröffnung des neuen Schützenheimes statt. Seither läuft das Vereinsleben wieder auf vollen Touren und es fanden bereits zahlreiche Veranstaltungen statt. Nun noch kurz ein Rückblick über die sportlichen Erfolge des Vereins. Bereits 1968 fand das erste Kräftemessen mit anderen Vereinen statt. Fünf Vereine beteiligten sich beim Gemeindepokalschießen der ehemaligen Gemeinde Untermaxfeld, das die Stengelheimer drei mal infolge von 1968 bis 1970 gewinnen konnten und somit den Pokal endgültig behalten durften. Besonders heiß umkämpft von 1972 bis 1978 war der Gerhard-Bitterwolf-Wanderpokal, der unter den Vereinen aus Unter- Obermaxfeld und Stengelheim ausgeschossen wurde. Nach insgesamt fünf Siegen konnte auch dieser Pokal von den Stengelheimern gewonnen werden. Seit 1978 wird nun der Gemeindepokal der Gemeinde Königsmoos, an dem sich neun Schützenvereine beteiligen, ausgeschossen. Diese Meisterschaft konnte bis zum Jahr 2000 bereits zwölf mal für Stengelheim entscheiden werden. Den begehrten Landratspokal, an dem der jeweilige Gemeindesieger teilnehmen darf, konnten wir im Jahr 1985 gewinnen. Seit 1983 wird nun schon das Biathlon-Schießen der Schützenvereine aus Unter-, Obermaxfeld und Stengelheim ausgetragen, bei dem wir zahlreiche Einzelsiege und Mannschaftssiege verbuchen konnten. Die Schützen Walter Humbold, Evi Oppenheimer, Andrea Veitinger, Nicole Bitterwolf, Lothar Hammerer, Siegfried Centmayer und Michael Weinert konnten sich in den letzen 25 Jahren durch hervorragende Ergebnisse für die Teilnahme an der Oberbayerischen Bezirksmeisterschaft qualifizieren. Bis zur Bayerischen Meisterschaft schafften es bisher drei Schützen unseres Vereins. Dies waren Andrea Veitinger, Lothar Hammer und Michael Weinert. Auch einige Gaumeistertitel im Tontauben-Schießen konnte unsere Verein bisher einheimsen.

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